Wie viel Futter braucht mein Hund wirklich? Die Formel, die auf keiner Packung steht.

Ein 20-Kilo-Hund, der den Tag überwiegend auf dem Sofa verbringt, braucht rund 730 Kalorien. Derselbe Hund, der täglich mehr als drei Stunden mit dir unterwegs ist, braucht fast 1.100. Auf vielen Packungen steht für beide dieselbe Zahl.

Genau da beginnt das Problem. Die Fütterungstabelle auf der Rückseite deines Futtersacks ist kein Fehler, aber sie ist ein Durchschnitt. Gute Hersteller unterscheiden immerhin nach Aktivität, manche auch nach Alter. Was keine Tabelle kennt: ob dein Hund kastriert ist, ob er im Winter draußen schläft und wie viele Leckerlis er nachmittags bekommt.

Das Ergebnis zeigt sich beim Tierarzt. In den USA stuften Tierärzte 2022 laut der Association for Pet Obesity Prevention 59 Prozent der untersuchten Hunde als übergewichtig oder adipös ein. Nicht, weil die Halter nachlässig wären, sondern weil „ein Becher voll“ oder „so viel wie auf der Packung steht“ mit dem tatsächlichen Bedarf oft wenig zu tun hat.

In diesem Artikel bekommst du das, was die Packung nicht liefert: die Rechnung dahinter. Du erfährst, wie Tierärzte den Energiebedarf eines Hundes berechnen, wie du diesen Bedarf in Gramm Trocken- oder Nassfutter umrechnest, welche fünf Faktoren die Menge deutlich verschieben, und wie du in zwei Wochen überprüfst, ob deine Menge stimmt.

Warum die Fütterungsempfehlung auf der Packung nur ein Startwert ist

Hersteller müssen auf jedem Futter Fütterungshinweise angeben, so schreibt es das EU-Futtermittelrecht vor. Wie sie die Mengen berechnen, ist nicht im Detail festgelegt. Die meisten orientieren sich an den Richtlinien der FEDIAF, des europäischen Verbands der Heimtierfutterindustrie, und an den Nährstoffempfehlungen des amerikanischen NRC. Die Tabellen gehen dabei von einem erwachsenen Hund mit durchschnittlichem Stoffwechsel aus.

Diesen Durchschnittshund gibt es in den wenigsten Haushalten.

Die Spannbreite zwischen einem ruhigen, kastrierten Senior und einem jungen, aktiven Hund derselben Größe liegt in der Praxis bei 30 bis 40 Prozent Energiebedarf. Eine Tabelle mit einer einzigen Zahl pro Gewicht muss zwangsläufig für einen der beiden falsch sein. Meist trifft es den ruhigen Hund, denn er bekommt zu viel.

Dazu kommt ein zweites Problem: Die Tabelle gibt Gramm an, ohne dir zu sagen, wie viel Energie in diesen Gramm steckt. Ein Trockenfutter mit viel Fleisch und 17 Prozent Fett liefert deutlich mehr Kalorien pro Gramm als ein getreidelastiges Futter mit 8 Prozent Fett. Wer von einem auf das andere wechselt und die alte Menge beibehält, füttert entweder zu viel oder zu wenig, ohne es zu merken.

Deshalb lohnt sich der Umweg über die Kalorien. Er dauert fünf Minuten und du machst ihn genau einmal.

Schritt 1: Den Energiebedarf deines Hundes berechnen

Tierärzte rechnen den Energiebedarf in zwei Stufen. Zuerst der Grundumsatz, dann der Zuschlag für das echte Leben.

Der Grundumsatz (RER)

Der Ruheenergiebedarf, englisch Resting Energy Requirement (RER), beschreibt, was der Körper braucht, um Atmung, Herzschlag, Körpertemperatur und Verdauung in Gang zu halten. Er hängt nicht linear vom Gewicht ab, sondern von der Körperoberfläche. Deshalb steht in der Formel eine Potenz:

RER = 70 × (Körpergewicht in kg)0,75

Für einen 20-Kilo-Hund ergibt das etwa 660 Kalorien. Für einen 10-Kilo-Hund knapp 400. Und für einen 40-Kilo-Hund rund 1.110, also nicht das Doppelte des 20-Kilo-Hundes, sondern nur etwa das 1,7-Fache. Große Hunde brauchen pro Kilo weniger als kleine.

Du musst die Potenz nicht im Kopf rechnen. Im Taschenrechner deines Handys: Gewicht eingeben, „x^y“ (oder „^“) drücken, 0,75 eingeben, mal 70. Fertig.

Der Erhaltungsbedarf (MER)

Kein Hund liegt 24 Stunden still. Deshalb wird der Grundumsatz mit einem Faktor multipliziert, der Alter, Aktivität und Kastrationsstatus abbildet. Übliche Richtwerte aus der tiermedizinischen Ernährungsberatung:

Lebenssituation Faktor
Kastriert, ruhig, wenig Bewegung 1,2 bis 1,4
Unkastriert oder normal aktiv (1 bis 2 Stunden Bewegung täglich) 1,6 bis 1,8
Sportlich, Arbeitshund, viel Bewegung 2,0 bis 3,0
Senior (ab etwa 7 bis 8 Jahren, je nach Rasse) 1,2 bis 1,4
Welpe bis 4 Monate 3,0
Welpe ab 4 Monaten bis Wachstumsende 2,0
Trächtig (letztes Drittel) 1,8 bis 3,0
Säugend 4,0 bis 8,0

Ein Beispiel. Luna, Labrador-Mischling, 25 Kilo, 5 Jahre, kastriert, eine Stunde Spaziergang am Tag, sonst im Homeoffice dabei. Ihr Grundumsatz liegt bei 70 × 250,75, also rund 780 Kalorien. Sie ist kastriert und eher ruhig, der Faktor liegt bei 1,3. Ihr Tagesbedarf: etwa 1.010 Kalorien.

Wäre Luna unkastriert und würde täglich zwei Stunden laufen, läge sie beim Faktor 1,7 und bei rund 1.330 Kalorien. Dieselbe Hündin, 320 Kalorien Unterschied. Das entspricht knapp 85 Gramm Trockenfutter am Tag, oder 2,5 Kilo im Monat.

Und wie rechnet der Hersteller?

Die Dosiertabellen von Natural Greatness für erwachsene Hunde entsprechen rechnerisch etwas niedrigeren Faktoren: rund 1,1 bei unter einer Stunde Bewegung täglich, 1,35 bei ein bis drei Stunden und 1,6 bei mehr als drei Stunden. Unser Futterberater auf den Produktseiten und die Tabellen weiter unten folgen diesen Herstellerwerten, damit die Menge zur jeweiligen Rezeptur und zur Packung passt. Für Luna ergibt der Futterberater bei „Ruhig“ rund 225 Gramm und bei „Normal“ rund 275 Gramm Lamm Rezeptur Sensitive am Tag. Die 262 Gramm aus der Beispielrechnung unten liegen dazwischen. Beide Wege liefern einen Startwert, den du mit der Waage überprüfst.

Schritt 2: Kalorien in Gramm umrechnen

Jetzt kommt der Teil, den die Packung dir oft verschweigt: die Energiedichte des Futters. Sie steht bei seriösen Herstellern in der Deklaration als „Umsetzbare Energie“ oder „Metabolisierbare Energie“, angegeben in kcal pro kg oder pro 100 g.

Zwei Beispiele aus unserem Sortiment, damit du ein Gefühl für die Größenordnung bekommst:

  • Natural Greatness Lamm Rezeptur Sensitive (Trockenfutter): 3.850 kcal pro kg, also 385 kcal pro 100 g. 29 Prozent Rohprotein, 17 Prozent Fett.
  • Natural Greatness Lamm Monoprotein (Nassfutter): rund 940 kcal pro kg, also etwa 94 kcal pro 100 g. Eine 400-g-Dose liefert rund 375 kcal.

Der Unterschied ist kein Qualitätsunterschied, sondern Wasser. Nassfutter besteht zu etwa 80 Prozent aus Feuchtigkeit, Trockenfutter zu weniger als 10 Prozent. Deshalb braucht dein Hund vom Nassfutter rund die vierfache Menge in Gramm, um dieselbe Energie aufzunehmen.

Die Rechnung:

Tagesmenge in Gramm = Tagesbedarf in kcal ÷ Energiedichte in kcal pro Gramm

Für Luna mit 1.010 kcal und der Lamm Rezeptur Sensitive (3,85 kcal pro Gramm): 1.010 ÷ 3,85 = etwa 262 Gramm am Tag. Beim Nassfutter (0,94 kcal pro Gramm): rund 1.075 Gramm, also knapp drei Dosen.

Futtermengen-Tabellen für erwachsene Hunde

Die folgenden Tabellen rechnen mit den Werten aus den Dosiertabellen von Natural Greatness und zeigen dieselben Mengen wie unser Futterberater. „Ruhig“ steht für unter eine Stunde Bewegung am Tag, „Normal“ für ein bis drei Stunden, „Aktiv“ für mehr als drei Stunden. Die Gramm gelten für ein Trockenfutter mit 385 kcal pro 100 g und ein Nassfutter mit 94 kcal pro 100 g, jeweils als alleiniges Futter.

Energiebedarf pro Tag

Gewicht Grundumsatz Ruhig Normal Aktiv
5 kg 235 kcal 255 kcal 315 kcal 380 kcal
10 kg 395 kcal 435 kcal 530 kcal 640 kcal
20 kg 660 kcal 730 kcal 895 kcal 1.080 kcal
30 kg 895 kcal 985 kcal 1.210 kcal 1.465 kcal
40 kg 1.115 kcal 1.225 kcal 1.505 kcal 1.815 kcal

Trockenfutter (385 kcal pro 100 g), Gramm pro Tag

Gewicht Ruhig Normal Aktiv
5 kg 67 g 82 g 99 g
10 kg 110 g 140 g 165 g
20 kg 190 g 230 g 280 g
30 kg 255 g 315 g 380 g
40 kg 320 g 390 g 470 g

Nassfutter (94 kcal pro 100 g), Gramm pro Tag

Gewicht Ruhig Normal Aktiv
5 kg 275 g 335 g 405 g
10 kg 460 g 565 g 685 g
20 kg 775 g 950 g 1.150 g
30 kg 1.050 g 1.290 g 1.560 g
40 kg 1.305 g 1.600 g 1.935 g

Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Zwischen „ruhig“ und „aktiv“ liegen bei einem 30-Kilo-Hund rund 125 Gramm Trockenfutter am Tag. Das ist die Spanne, in der eine einfache Packungstabelle raten muss. Zweitens: Die Nassfutter-Mengen wirken groß, sind aber korrekt. Wer einem 20-Kilo-Hund eine 400-g-Dose am Tag als einziges Futter gibt, deckt damit nur etwa die Hälfte seines Bedarfs.

Die genaue Menge für deinen Hund und genau dieses Futter zeigt dir der Futterberater auf den Produktseiten unserer Futter. Er berücksichtigt auch Welpen, Senioren, Körperform und Leckerlis.

Die fünf Faktoren, die deine Rechnung verschieben

Die Formel gibt dir den Startwert. Diese fünf Punkte entscheiden, ob du davon nach oben oder unten abweichen musst.

1. Kastration

Nach einer Kastration sinkt der Energiebedarf um 20 bis 30 Prozent, während der Appetit oft steigt. Das ist eine häufige Ursache für schleichendes Übergewicht ab dem zweiten Lebensjahr. Wenn dein Hund kastriert ist und du die Menge seit dem Eingriff nicht angepasst hast, ist das der erste Punkt, an dem du ansetzen solltest.

2. Alter

Welpen brauchen pro Kilo ein Vielfaches der Energie erwachsener Hunde, dafür aber in mehreren kleinen Mahlzeiten. Senioren dagegen verlieren Muskelmasse und bewegen sich weniger. Ihr Energiebedarf sinkt, ihr Proteinbedarf bleibt jedoch hoch. Für einen älteren Hund ist deshalb meist weniger Futter richtig, aber eines mit ausreichend hochwertigem Protein.

3. Aktivität und Wetter

Eine Stunde Gassi im Park ist nicht dasselbe wie eine Stunde Bergwandern mit Rucksack. Hunde, die im Winter viel draußen sind, verbrauchen zusätzlich Energie für die Wärmeregulation. Je nach Rasse, Fell und Temperatur können das 10 bis 20 Prozent mehr sein. Im Sommer gilt oft das Umgekehrte: weniger Bewegung, weniger Bedarf. Passe die Menge im Jahresverlauf an, nicht einmal im Leben.

4. Rasse und Stoffwechsel

Zwei Hunde mit 25 Kilo, derselbe Faktor, und trotzdem nimmt der eine zu und der andere nicht. Labradore, Beagle, Cocker Spaniel und Dackel gelten als Rassen mit einem Hang zum Übergewicht. Viele Windhunde, Huskys und Hütehunde brauchen dagegen eher mehr. Die Formel kann diesen Unterschied nicht kennen. Du erkennst ihn nur an der Waage und am Körper deines Hundes.

5. Leckerlis und alles andere, was neben dem Napf passiert

Das ist der Punkt, an dem die meisten Rechnungen scheitern. Ein getrocknetes Kaninchenohr, ein paar Trainingsleckerlis, der Rest vom Frühstücksei, der Kauknochen am Abend. Alles Kalorien, die in keiner Fütterungstabelle stehen.

Die Faustregel der Tiermedizin: Leckerlis und Kausnacks sollten höchstens 10 Prozent des Tagesbedarfs ausmachen, und diese 10 Prozent gehören von der Hauptration abgezogen. Für einen normal aktiven 10-Kilo-Hund mit rund 530 Kalorien Bedarf sind das gut 50 Kalorien, also etwa 14 Gramm Trockenfutter weniger im Napf, wenn du am Nachmittag Leckerlis gibst.

Ein praktischer Tipp: Nimm für das Training einen Teil der abgewogenen Tagesration aus dem Napf. Dann bleibt die Kalorienbilanz automatisch stimmig, egal wie viele Übungen ihr macht. Und wenn es doch Snacks sein sollen, dann welche mit klarer Deklaration, wie jene von KIDDOG oder Natural Greatness, viele davon aus 100 Prozent Fleisch. Dann weißt du, was drin ist, und kannst es einrechnen.

So prüfst du in zwei Wochen, ob die Menge stimmt

Die Rechnung liefert den Startwert. Der Hund liefert die Korrektur. So gehst du vor:

Woche 0: Wiegen und Körperbild festhalten. Stell dich mit und ohne Hund auf die Personenwaage, die Differenz ist sein Gewicht. Mach ein Foto von oben und eines von der Seite. Taste die Rippen: Sie sollten mit leichtem Druck spürbar sein, wie die Knöchel deiner flachen Hand. Wenn du sie suchen musst, ist er zu dick. Wenn du sie siehst, zu dünn. Wie der vollständige Check funktioniert, steht in unserem Artikel „Ist mein Hund zu dick? Der 3-Minuten-Test“.

Woche 0 bis 2: Abwiegen, nicht schätzen. Eine Küchenwaage für 10 Euro ist die beste Investition in die Gesundheit deines Hundes. Der Messbecher ist erstaunlich ungenau: In einer Untersuchung wichen mit dem Becher abgemessene Portionen zwischen 18 Prozent zu wenig und 80 Prozent zu viel von der Sollmenge ab. Wiege die errechnete Menge einmal ab, markiere den Füllstand in einem festen Becher, und ab dann geht es schnell.

Woche 2: Nachwiegen. Ein erwachsener Hund sollte sein Gewicht halten. Hat er zugenommen, reduzierst du die Tagesmenge um 10 Prozent. Hat er abgenommen und soll das nicht, erhöhst du um 10 Prozent. Dann wieder zwei Wochen warten. In kleinen Schritten, nicht in Sprüngen.

Bei Übergewicht: langsam, mit dem Tierarzt. Ein Hund sollte pro Woche nicht mehr als 1 bis 2 Prozent seines Körpergewichts verlieren. Bei einem 30-Kilo-Hund sind das 300 bis 600 Gramm. Schneller ist nicht besser, denn dann geht Muskelmasse statt Fett. Für diesen Fall gibt es Rezepturen, die satt machen, ohne viele Kalorien zu liefern: Unsere Kaninchen Rezeptur Leicht & Fit hat nur 9 Prozent Fett, enthält L-Carnitin und Ballaststoffe aus Rübenschnitzeln und Erbsen für das Sättigungsgefühl. Bei starkem Übergewicht oder Diabetes gehört die Umstellung in die Hände deines Tierarztes, der dann oft eine Veterinärdiät wie die Gewichtskontrolle (Obesity Control) empfiehlt.

Was das für deine Futterkosten bedeutet

Der Einwand, den wir am häufigsten hören: „Hochwertiges Futter ist mir zu teuer.“ Ehrlich gesagt: Pro Kilo ist es teurer. Der Unterschied pro Tag ist aber meist kleiner, als der Kilopreis vermuten lässt.

Nimm Luna, 25 Kilo, kastriert, 262 Gramm am Tag von der Lamm Rezeptur Sensitive. Der 10-Kilo-Sack kostet 69,90 Euro und reicht 38 Tage. Das sind 1,83 Euro am Tag. Von einem Futter mit 320 kcal pro 100 g bräuchte Luna rund 315 Gramm täglich, also etwa 20 Prozent mehr. Ein Teil des höheren Sackpreises gleicht sich dadurch aus.

Was wirklich zählt, zeigt sich später: Ein Hund mit Idealgewicht hat ein geringeres Risiko für Gelenkprobleme und andere chronische Erkrankungen. In einer Langzeitstudie an Labradoren lebten die Hunde, die ein Leben lang 25 Prozent weniger Futter bekamen und dadurch schlank blieben, im Mittel fast zwei Jahre länger als ihre Geschwister, und Arthrose trat bei ihnen später auf. Zwei Jahre. Das ist der Preis, um den es bei der Futtermenge geht.

Woher wir wissen, was drin ist

Die ganze Rechnung funktioniert nur, wenn die Angaben auf der Packung stimmen. Deshalb findest du bei unseren Futtern die Energiedichte, die Analysewerte und die Zusammensetzung auf der Produktseite, sofern der Hersteller sie angibt. Viele Rezepturen von Natural Greatness enthalten frisches Fleisch, und ein großer Teil des Sortiments ist monoproteisch, also mit einer einzigen tierischen Proteinquelle pro Sorte. Warum das für die Deklaration einen Unterschied macht, erklären wir in „Warum 41 Prozent getrocknetes Fleisch mehr sein können als 70 Prozent Frischfleisch“.

Häufige Fragen zur Futtermenge

Wie oft am Tag soll ich meinen Hund füttern?

Erwachsene Hunde: zweimal täglich, morgens und abends, zu festen Zeiten. Welpen bis 4 Monate: drei- bis viermal. Große Rassen profitieren von zwei kleineren Portionen statt einer großen, weil das die Magenbelastung senkt. Die Gesamtmenge bleibt gleich, nur die Aufteilung ändert sich.

Was ist, wenn mein Hund immer hungrig wirkt?

Hunger ist bei Hunden kein verlässlicher Indikator für Bedarf. Viele Hunde betteln aus Gewohnheit oder weil Betteln in der Vergangenheit funktioniert hat. Entscheidend ist das Körperbild: spürbare Rippen, sichtbare Taille. Wenn beides passt, ist die Menge richtig, auch wenn der Hund anderer Meinung ist. Bei ständigem Hunger trotz Übergewicht helfen Rezepturen mit hohem Ballaststoffanteil, die satt machen.

Kann ich Trocken- und Nassfutter mischen?

Ja. Rechne einfach beide Anteile in Kalorien um. Beispiel für 530 kcal Tagesbedarf: eine halbe 400-g-Dose Nassfutter (rund 190 kcal) plus knapp 90 Gramm Trockenfutter (rund 340 kcal). Die Faustregel „halb halb in Gramm“ funktioniert nicht, weil die Energiedichte so unterschiedlich ist.

Mein Hund frisst weniger als berechnet und hält sein Gewicht. Ist das ein Problem?

Nein. Die Formel ist ein Startwert, dein Hund ist der Maßstab. Wenn er sein Idealgewicht hält, ist seine Menge richtig, egal was die Rechnung sagt. Manche Hunde haben einen langsameren Stoffwechsel, manche Futter eine höhere Verdaulichkeit als angenommen.

Brauche ich beim Futterwechsel eine neue Rechnung?

Ja, wenn sich die Energiedichte ändert. Ein Wechsel von einem Futter mit 340 kcal auf eines mit 385 kcal pro 100 g bedeutet bei gleicher Gramm-Menge 13 Prozent mehr Kalorien. Deshalb: neue Energiedichte ablesen, Tagesbedarf durch den neuen Wert teilen, neue Menge abwiegen.

Wie viele Leckerlis sind okay?

Höchstens 10 Prozent des Tagesbedarfs, und diese Kalorien gehören von der Hauptration abgezogen. Bei einem normal aktiven 10-Kilo-Hund sind das gut 50 kcal, also rund 15 Gramm eines Snacks mit 350 kcal pro 100 g. Ein großer Kauknochen kann allein 200 kcal haben und sprengt das Budget eines kleinen Hundes an einem Tag.

Gilt die Rechnung auch für Katzen?

Nein. Katzen haben eine eigene Formel, und kastrierte Katzen brauchen rund ein Viertel weniger Energie als unkastrierte. Unser Futterberater erkennt Katzenfutter automatisch und rechnet mit den passenden Werten.

Sollte ein Hund bei Krankheit oder nach einer OP anders gefüttert werden?

Ja, und das ist Sache deines Tierarztes. Nach Operationen, bei Nieren-, Leber- oder Herzerkrankungen und bei Diabetes ändert sich nicht nur die Menge, sondern die Zusammensetzung. Dafür gibt es Veterinärdiäten, die auf das jeweilige Krankheitsbild abgestimmt sind. Nicht selbst experimentieren.

Was du jetzt tun kannst

Vier Wege, je nachdem, wie viel Zeit du hast:

  • Futterberater nutzen. Auf den Produktseiten unserer Futter findest du den Futterberater. Gewicht, Alter und Aktivität eingeben, und du siehst die Tagesmenge für genau dieses Futter samt passender Packung.
  • Selbst rechnen. Gewicht deines Hundes, Formel aus diesem Artikel, Energiedichte von der Packung. Fünf Minuten, dann alle paar Monate kurz nachjustieren. Die Tabellen oben kannst du dir als Screenshot aufs Handy legen.
  • Ausprobieren, ob dein Hund die Rezeptur verträgt. Bevor du einen 10-Kilo-Sack bestellst, teste zuerst unsere 2-kg-Trockenfutter-Varianten.
  • Beraten lassen. Schreib uns mit Gewicht, Alter, Rasse und der Frage, die dich beschäftigt. Wir rechnen gemeinsam durch, welche Sorte und welche Menge zu deinem Hund passt. Ohne Verkaufsdruck, dafür mit Zahlen.

Egal welchen Weg du wählst: Die Küchenwaage ist der erste Schritt. Alles andere ergibt sich daraus.

Quellen

  • FEDIAF (2024): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs
  • NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats, National Research Council
  • WSAVA Global Nutrition Committee: Body Condition Score Chart
  • Kealy et al. (2002): Effects of diet restriction on life span and age-related changes in dogs, JAVMA 220(9)
  • German et al. (2011): Imprecision when using measuring cups to weigh out extruded dry kibbled food, Journal of Animal Physiology and Animal Nutrition 95(3)
  • Association for Pet Obesity Prevention (2022): State of Pet Obesity Report
  • Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln
  • Natural Greatness: Produktdeklaration Lamb Recipe Sensitive (3.850 kcal/kg), Lamb Monoprotein Nassfutter (939 kcal/kg), Rabbit Recipe Light & Fit sowie Dosiertabellen der Hunde-Trockenfutter
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Über den Autor

Joel Rehak
Geschrieben von

Joel Rehak

Geschäftsführer von Lupiora

Joel ist Geschäftsführer von Lupiora und beschäftigt sich täglich mit Futterqualität, Inhaltsstoffen und den Bedürfnissen von Hunden in jeder Lebensphase. Im engen Austausch mit Tierärzten, Ernährungsberatern und Marken wie Natural Greatness sorgt er dafür, dass bei Lupiora nur Produkte ins Sortiment kommen, hinter denen er selbst zu 100 % steht.